Hut ab?

Von religiös-kulturellen Gründen einmal abgesehen, gibt es für das Tragen von Kopfbedeckungen von je her eine eigene Etikette. Dem guten alten Knigge zu Folge gehört es sich nicht, in geschlossen Räumen eine Kopfbedeckung zu tragen – von Kirche und Schule einmal ganz zu schweigen. Egal ob beim Restaurantbesuch oder in Privaträumen, sollte es also eigentlich heißen: Hut ab. Nun ist Kleidung in der heutigen Zeit aber weniger eine Formsache, als mehr Mittel zum Ausdruck von Individualität, Persönlichkeit oder manchmal auch eines sehr eigenwilligen Geschmacks. Hüte, Mützen und Caps sind da ein willkommenes Accessoire, um dem Outfit einen zusätzlichen Touch zu geben.

Zwar könnte dem männlichen Teil der Bevölkerung unterstellt werden, dass die Kopfbedeckung vornehmlich dazu dient einen zurück-gehenden Haaransatz zu verdecken, jedoch lässt ein Blick auf das vielfältige Angebot in den einschlägigen Modehäusern vermuten, dass der Mann von heute gern und vor allem stilbewusst Hut trägt. Anders verhält es sich bei den Damen: wenn man sich nicht gerade zur Teatime im englischen Königshaus oder zwischen verrückten Hutkreationen beim Pferderennen in Ascot befindet, so sind Hüte und andere Kopfbedeckungen bei den Frauen bisher eher spärlich zu finden. Dabei bieten Fedora und Co. eine Vielzahl an kreativen Ausdrucksmöglichkeiten. „Mut zum Hut“ wäre da ein guter Slogan. Insbesondere der momentane Trend des Streetstyle verlangt geradezu nach Baseballcaps und Schirmmützen als Ergänzung zum lässigen Outfit. Ein eher skurriles und bisher ungeklärtes Phänomen ist die Pudelmütze, die inzwischen ihren Einzug in Hörsäle, Bars und sogar Clubs gefunden hat. Zumindest in den Sommermonaten besteht kein Zweifel daran, dass hier weniger die Zweckmäßigkeit als mehr ein modisches Statement im Vordergrund steht. Diskutabel bleibt hingegen die Frage nach der generellen Etikette. Sollte es ganz einfach zum Anstand gehören beim Betreten eines Raumes seinen Hut abzunehmen, oder ist die zum Accessoire avancierte Kopfbedeckung inzwischen fester Bestandteil des Outfits?

 


One Response to “Hut ab?”

  1. Steffili Says:

    Ein Hut steht aber leider auch nicht jeder. Ich bin zum Beispiel gar kein Hut-Typ. Der Hut, der mir steht, muß noch erfunden werden! Im Gegensatz dazu meine Schwester… *neid*!
    Aber gut wenn man das wenigstens einsieht statt sich auf teufelkommraus mit Accesoires zudeckt, die nicht passen.

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